Ennser holt renomierten Wissenschaftspreis

Alles ist möglich: Ennser holt renommierten Wissenschaftspreis

Ganztagesanstellung, Doppelstudium und Vollzeit-Familienvater – wer denkt, das alles sei nicht unter einen Hut zu bringen, den belehrt Markus Bramberger aus Enns eines Besseren. Für seine zweite wissenschaftliche Abschlussarbeit gewann er nun den renommierten Wissenschaftspreis „BestMasters“.

Tips: Schildern Sie uns doch kurz Ihren Werdegang.
Bramberger: Ich bin gebürtiger Steyrer und meine Familie und ich leben seit einigen Jahren sehr gut und gerne in der ältesten Stadt Österreichs, in Enns. Über den soliden Klassiker, die Lehre, trat ich später rasch in die Finanzdienstleistungsbranche und Bankenwelt ein. Auch ohne akademischer Ausbildung konnte ich spannende Stationen durchlaufen, Wissen aufbauen, dabei Erfahrungen sammeln. Auch bei meinem derzeitigen Arbeitgeber, der VKB-Bank. Trotzdem reizte mich schon immer die akademische Laufbahn, auch noch in einem nicht mehr ganz jungen Alter, und ich absolvierte am BFI Linz die Studienberechtigungsprüfung.

Tips: Welche Priorität hat die Unterstützung des Arbeitgebers, wenn man berufsbegleitend studieren möchte?
Bramberger: Lebensbegleitendes Lernen, wie ich es bezeichne, ist wichtig, um für den Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben. Ein Studium rentiert sich meist immer. Nicht wegen des akademischen Grades, sondern hinsichtlich mannigfaltiger fachlicher Aspekte und dem Erlernen wissenschaftlicher Herangehensweisen an Aufgaben. Ich wäre grundsätzlich dafür, dass erst nach einer mindestens dreijährigen Berufspraxis zu studieren begonnen werden darf. Persönlich leite ich daraus zahlreiche Vorteile ab. Eine nähere Erörterung sprengt jedoch den Rahmen des Interviews. Über „kurz oder lang“ wird sich das tatsächliche Pensionsantrittsalter dem am Papier dargebotenen angleichen müssen. Dementsprechend würde sich auch ein Studium bei über 50-jährigen Menschen sicher noch auszahlen. Man hat dann noch rund 15 bis 17 Jahre (aus heutiger Sicht) zu arbeiten. Da kann vieles geschehen, es lässt sich noch einiges bewerkstelligen. Wichtig ist eine korrekte Work-Life-Balance, ein (weiter-) bildungsfördernder und sozialkompetenter Arbeitgeber, ein loyales privates Umfeld und der eiserne Wille zum Erfolg!

Tips: Wie haben Sie es geschafft, Beruf, Studien und Familie unter einen Hut zu bringen?
Bramberger: Meine Frau Bettina und unsere gemeinsamen Kinder Maren und Lorenz haben sehr viel beigesteuert, indem sie mir ausreichend Zeit zum Studieren geschenkt haben. Konflikte waren die Ausnahme, kamen jedoch vor. Auch da galt es, konstruktive Lösungen zu finden. Als Pädagogin hatte meine Gattin stets zielführende Methodiken parat. Es gab immer wieder Monate, in denen ich durchgängig, neben der Arbeit, täglich mehr als fünf Stunden lernte. Ich führe das an, um zu veranschaulichen, warum hier familiäres Konfliktpotential dahinter steckt. Das Ziel darf freilich nie aus den Augen verloren gehen. Breitgefächerte Überlegungen müssen vor der Entscheidung, berufsbegleitend zu studieren, angestellt werden.

Tips: Gab es Zeiten, in denen Zweifel aufkam?
Bramberger: Unter anderem hatte ich Sorge darüber, dass meine berufliche Leistung in der VKB-Bank leiden könnte. Gottseidank war das nie der Fall. Im Finanzmanagementstudium, als auch bei Marketing und Prozessmanagement ergaben sich rasch Synergien zwischen Beruf und Studium. Erlernte Skills wurden sofort umgesetzt.

Tips: Sie haben in Ihrem zweiten Studium für die Masterarbeit den renommierten Springer-Gabler Wissenschaftspreis gewonnen. Was bedeutet dieser Award für Sie und wie sehen mögliche nächste Schritte – nach einem solchen Erfolg – aus?
Bramberger: Als leidenschaftlicher Wissenschaftler, forsche, recherchiere und schreibe ich gerne. Meine Professorin und mein Professor meinten schon bei der ersten Defensio zum Thema „Divergenzen im Europäischen Zahlungsverkehr“ (Fachbuch im Handel und Online erhältlich), dass ich eine „Gabe“ hätte, die man sich nur bedingt selber aneignen kann. Damals hatte ich bereits große Freude über diese Anmerkungen. Meine zweite Master Thesis („Payment Services Directive II (PSD II): Auswirkung auf Entgelte, Valutierung und Verfügbarkeit von Geldbeträgen auf Non-SEPA-Ebene“) wurde nach einer weiteren Auszeichnung, durch die Uni offiziell zum Wissenschaftspreis nominiert. Und ich holte ihn. In einigen Wochen wird mein zweites Buch durch den weltweit bekannten Springer-Gabler Verlag publiziert. Das ist eine unglaubliche Ehre für mich. Beruflich möchte ich als Führungskraft tätig sein oder eine Consulting-Rolle übernehmen. Nebenbei komme ich dem Konzeptionieren, Optimieren und Strukturieren von Texten nach. Unter „TC Bramberger textcoaching“ (www.textcoaching.info)biete ich diese Dienstleistungen an. Die Zukunft bleibt spannend.